BLICK/ff-delikat : Frischware aus der Region

    01.05.2007 00:00

    BLICK/ff-delikat

    "Mit Wild können wir frische Ware aus der Region für die Region anbieten und uns als Handwerk von der Konkurrenz abheben", sagt Adalbert Wolf, der sein Geschäft in Wachtberg bei Bonn betreibt.

    Aus diesem Grund stellte sich Wolf, der auch Obermeister der Innung Bonn-Rhein-Sieg ist, die Frage, wie er und seine Innungsmitglieder an frisches Wildfleisch herankommen. Da der örtliche Veterinär gleichzeitig 1. Vorsitzender der Kreisjägerschaft ist, entstand die Idee, eine Vermarktungsgemeinschaft zu gründen, die sowohl den Jägern als auch den Metzgern gerecht wird. Während die Fleischer in der Vergangenheit darüber klagten, dass der Nachschub außerhalb der klassischen, kurzen Wildsaison fehlte, jammerten die Jäger darüber, dass sie schlechte Absatzchancen hätten, weil kaum ein Konsument ein ganzes Tier haben wolle.

    Die vor zwei Jahren geschaffene Vermarktungsgemeinschaft versprach beiden Partnern Vorteile, denn so waren sowohl Nachschub als auch Absatzkanäle gesichert. "Wir haben eine Liste erstellt, in der festgeschrieben ist, welchen Preis der Fleischer jeweils an den Jäger zahlen muss. Für den Eigenbedarf kann der Jäger das Wild auch für einen kleinen Betrag zerlegen lassen", berichtet Wolf. Es gibt allerdings beim Verkauf eine Einschränkung: "guter Schuss voraus gesetzt". Wenn das Tier zu sehr zerschossen ist, bekommen die Jäger weniger Geld, was in aller Regel aber auch problemlos akzeptiert wird.

    Allerdings ist nicht jedes Wild zu jeder Zeit verfügbar. Die Abschusspläne bestimmen die Disponibilität. Wolf hat jedoch die Erfahrung gemacht, dass die Kunden dafür Verständnis zeigen. Überdies gewinnt er Saisonartikel auch gute Seiten ab. "Dadurch wird Abwechslung in der Theke geschaffen", führt er aus. Und wenn der seltene Fall eintritt, dass jemand etwas unbedingt haben will, kann auf Tiefgekühltes zurückgegriffen werden. Wildfleisch ist nicht nur ein fettarmes hochwertiges Lebensmittel sondern es lässt sich auch hervorragend verwursten. "Derzeit habe ich fünf Wurstsorten vom Wild im Sortiment, aber das werde ich mit Sicherheit erweitern", kündigt Wolf an. Welche Möglichkeiten sich dabei bieten, wurde im vergangenen Herbst deutlich, als Obermeister Wolf die "1. Deutsche Wildwurst-Qualitätsprüfung" durchführte.


    Carina und Carsten Neumeier auf dem 10. Genuss-Gipfels von Corpus Culinario

    Die 1. Deutsche Wildwurst-Qualitätsprüfung war auch ein PR-Erfolg. Initiator Adalbert Wolf (links) mit den Gewinnern des "Clemens-August-Pokals".


    Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.